Verpackungslexikon

Rillzurichtung

Eine Rillzurichtung (auch: Zurichtstreifen bzw. Kanal-Fertignute) ist ein Hilfsmittel, das beim Stanzen von Karton und Wellpappe verwendet wird.

Es handelt sich um Streifen, die auf dem Stanzwerkzeug auf die Rilllinien auf- gesteckt werden; hierfĂŒr ist auf der Vorderseite ein Leitstreifen aus Kunststoff aufgeklebt, der auf die Rilllinien passt. Die Zurichtstreifen selbst bestehen ebenfalls aus Kunststoff (z. B. PVC) oder aus Pressspan, teilweise zusĂ€tzlich mit einer Metallfolie. Die RĂŒckseite der Streifen ist selbstklebend und wird durch AusfĂŒhren eines Arbeitshubes der Stanzmaschine auf die Unterlage (Stanzplatte, eine Metall- platte) ĂŒbertragen.

In der ĂŒblichen Form befindet sich in der Mitte des Streifens eine Vertiefung, der sogenannte Rillkanal. Beim Stanzen von Karton oder Wellpappe, hauptsĂ€chlich zur Herstellung von Faltschachteln, werden die Falzlinien erzeugt, indem die Rilllinien (stumpfe Metallstreifen, die eine etwas geringere Höhe aufweisen als die Stanz- messer) den Werkstoff in die Vertiefung hineinpressen.

Rillzurichtungen werden in Streifen von ca. 55 cm LĂ€nge oder als Rollen geliefert. Vor dem Aufstecken auf die Rillinien mĂŒssen die Rillzurichtungen auf die richtige LĂ€nge zugeschnitten werden, wobei die Enden jeweils im 90°-Winkel zulaufen, damit an ĂŒber Eck verlaufenden Rillinien keine LĂŒcke entsteht. Teilweise werden die Rillzurichtungen an den Enden abgeschrĂ€gt, damit sie keine sichtbaren Druck- spuren auf der Wellpappe hinterlassen.

GrĂ¶ĂŸen
Es werden Rillzurichtungen mit vielen verschiedenen RillkanalgrĂ¶ĂŸen hergestellt; die Breite (Rillnutbreite) liegt ĂŒblicherweise zwischen 1 mm und 5 mm, die Tiefe (Rillnuthöhe) zwischen 0,3 mm und 1,2 mm. Die Gesamtbreite des Streifens (Nutkanal) betrĂ€gt ĂŒblicherweise 12 mm bis 15 mm. Die verschiedenen GrĂ¶ĂŸen werden fĂŒr die Verarbeitung unterschiedlich starker Kartons bzw. von Wellpappen mit unterschiedlicher WellengrĂ¶ĂŸe und Grammatur gebraucht; sie werden ĂŒblicher- weise mit Leitstreifen in unterschiedlichen Farben produziert, um Verwechslungen zu vermeiden.

Als Faustregel fĂŒr die richtige GrĂ¶ĂŸe gilt: Die Rillnutbreite sollte das 1,5-fache der Materialdicke plus die StĂ€rke der Rilllinien betragen, die Rillnuthöhe sollte um 0,05 mm ĂŒber der Materialdicke liegen. Bei Wellpappe ist nicht die Höhe der intakten Wellpappe, sondern die des komprimierten Materials entscheidend.

Wenn Rilllinien gebraucht werden, die nicht nach unten, sondern nach oben ge- wölbt sind, kommen Gegenriller zum Einsatz; diese haben anstelle der Vertiefung eine Erhöhung.

Alternativen
Eine Alternative zu den Rillzurichtungen, die vor dem Stanzen vor Hand in korrekter LĂ€nge zugeschnitten und aufgesteckt werden mĂŒssen, sind wiederverwendbare Rillmatrizen (auch: Rillma-Fertigmatrizen), z. B. aus Pertinax.

Quelle: Wikipedia

 

 

 

 

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